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Aktuelle Forschungsprojekte
SAFEPol - Sichere und Automatisierte Freigabe von Einsatzrouten für die Polizei

SAFEPol setzt da an, wo Sonder- und Wegerechte von Einsatzfahrzeugen an ihre Grenzen kommen. Trotz der Privilegien bei Einsatzfahrten finden sich Beamtinnen und Beamte immer wieder in risikoreichen Situationen bis hin zu Unfällen an Knotenpunkten wieder. Der Auslöser ist dafür meist die Missachtung der Sonder- und Wegerechte durch weitere Verkehrsteilnehmende, die lediglich ihr grünes Signalbild an der LSA beachten. An dieser Stelle setzt SAFEPol an: Durch KI-gestützte Detektion von Verkehrssituationen wird ein intelligenter Routingalgorithmus versorgt, um eine optimale Einsatzroute zu finden und die LSA entlang dieser Route so vorzubereiten, dass eine konfliktfreie Knotenpunktdurchfahrt möglich ist.
Kooperationspartner im Projekt sind:

  • TraffGo Road GmbH,
  • mobaix GmbH,
  • Deutsche Hochschule der Polizei,
  • SWARCO Traffic Systems GmbH,
  • Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste NRW und
  • die Stadt Oberhausen.

Das Forschungsprojekt wird im Rahmen des Innovationswettbewerbs NeueWege.IN.NRW durch das EFRE/JTF-Programm NRW 2021-2027 gefördert.



Vermeidung von Dooring-Unfällen durch geeignete Sicherheitstrennstreifen

In städtischen Gebieten stellen der Kfz-Parkverkehr und der ruhende Verkehr ein erhöhtes Sicherheitsrisiko dar. Verkehrsunfälle, bei denen Radfahrende mit plötzlich geöffneten Fahrzeugtüren kollidieren, infolge eines Ausweichmanövers stürzen oder mit dem fließenden Verkehr zusammenstoßen, werden als Dooring-Unfälle bezeichnet. In einer Befragung der Forsa aus dem Jahr 2019 gaben 38 % der regelmäßigen Radfahrenden an, immer oder häufig Angst vor Dooring-Unfällen zu haben. 6 % hatten bereits vor der Befragung einen Dooring-Unfall. Neben verhaltensbezogenen und technischen Maßnahmen können infrastrukturelle Maßnahmen das Risiko von Dooring-Unfällen senken. Ziel des Forschungsprojekts ist es, Gestaltungsempfehlungen für Sicherheitstrennstreifen zwischen der Radinfrastruktur und seitlichen Kfz-Parkflächen zu erarbeiten. Hierzu wird das Fahrverhalten von Radfahrenden und Kfz-Fahrenden, sowie das subjektive Sicherheitsempfinden von Radfahrenden analysiert. Die Ergebnisse des Forschungsprojekts sollen zukünftig die einschlägigen Regelwerke (RASt, ERA) ergänzen und als Planungshilfe für Städte und Kommunen dienen.
 



Verkehrsverträgliche Zulaufstrecken vor Arbeitsstellen auf BAB

Die Absicherung der Zulaufstrecken vor Arbeitsstellen auf Autobahnen ist von hoher Bedeutung für den Verkehrsablauf und die Verkehrssicherheit. Die aktuelle Ausgabe der Richtlinien für die verkehrsrechtliche Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen (RSA 21) enthält Regelungen, nach denen die Reduktion der Fahrstreifenbreite bereits deutlich vor dem Beginn des eigentlichen Arbeitsstellenbereichs beginnt. Der gewünschte Effekt ist eine bessere Befahrbarkeit der Arbeitsstelle und eine verbesserte Verkehrssicherheit. Ziel des Forschungsprojekts ist die empirische Validierung dieser neuen Regelungen. Dafür wird das Fahrverhalten im Zulaufbereich zu Arbeitsstellen mithilfe von lokalen Messquerschnittsdaten, drohnengestützten Videomessungen und Floating Car Data (FCD) erhoben. Durch Unfallanalysen wird die Verkehrssicherheit verschiedener Arbeitsstellensicherungen bewertet. Die Wirkungen unterschiedlicher Gestaltungsvarianten auf das Fahrverhalten werden mit Fahrsimulator- und Probandenstudien analysiert.

Das Forschungsprojekt wird gemeinsam mit dem Institut für Straßenwesen der RWTH Aachen University und der DTV Verkehrsconsult GmbH, Aachen, durchgeführt.



Verkehrliche Wirkungen von flächenhaften Verkehrsberuhigungsmaßnahmen

Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung werden im städtischen Bereich eingesetzt, um verschiedene Wirkungen zu erreichen. Lokale Maßnahmen (dauerhaft oder temporär) können punktuell die Geschwindigkeit von Fahrzeugen reduzieren oder Teil einer flächenhaften Maßnahme sein. Andere Arten wie z. B. Diagonalsperren sind explizit für eine flächenhafte Wirkung ausgelegt. Ziel des Forschungsprojektes ist die Wirksamkeitsanalyse von verschiedenen Verkehrsberuhigungsmaßnahmen zur Einhaltung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf Stadtstraßen sowie zur Umsetzung eines Kfz-armen oder -freien Stadtbereichs. Auf der Grundlage einer systematischen Auswertung der verkehrlichen Wirkung von lokalen und flächenhaften Maßnahmen sollen Handlungsempfehlungen für unterschiedliche städtische Bereiche erarbeitet werden. Betrachtet werden sollen hierbei die Verkehrssicherheitswirkungen, die Verlagerung des Kfz-Verkehrs auf andere Straßen und/oder andere Verkehrsmodi sowie die Auswirkungen auf den ÖPNV und Rettungsdienste. Unter Berücksichtigung von Erfahrungen mit bereits umgesetzten Maßnahmen aus dem In- und Ausland sollen durch der Auswertung von Verkehrs- und Unfalldaten und die Befragung von Verkehrsteilnehmenden sowohl positive als auch negative Wirkungen identifiziert und eingeordnet werden. Im Ergebnis soll ein praxisgerechtes Verfahren für die Bewertung von lokalen und flächenhaften Verkehrsberuhigungsmaßnahmen erarbeitet werden, welches alle untersuchten Aspekte der Verkehrssicherheit, der Verlagerungseffekte und der Wirkung auf andere Verkehrsarten einbezieht.
 



Verkehrsqualität von Knotenpunkten und Strecken bei Hauptverkehrsstraßen ohne Lichtsignalanlage mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit unter 50 km/h

Seit dem Jahr 1957 ist eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h auf innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen vorgeschrieben. Im Rahmen von öffentlichen und politischen Diskussionen zur Verbesserung der Luftschadstoff- und Lärmemissionen sowie der Verkehrssicherheit wird eine Reduzierung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h oder 40 km/h an Hauptverkehrsstraßen immer häufiger in Betracht gezogen. Das Ziel des Forschungsprojekts ist es, die Auswirkungen einer Reduktion der zulässigen Geschwindigkeit auf die Verkehrsqualität an vorfahrtgeregelten Knotenpunkten sowie den angrenzenden Strecken zu analysieren. Hierfür werden Kapazitäten sowie Grenz- und Folgezeitlücken gemessen und spezifische Verhaltensweisen der Verkehrsteilnehmer untersucht. Darüber hinaus wird der Einfluss der Fuß- und Radverkehrs auf die Kapazität der vorfahrtgeregelten Knotenpunkte berücksichtigt und Modellierungsansätze überprüft. Die Ergebnisse werden im Hinblick auf eine verkehrstechnische Bemessung für die Fortschreibung des HBS 2015 aufbereitet.  



Förderung eines nachhaltigen Mobilitätsverhaltens mit dem Konzept „Walking Bus“ an Grundschulen unter Berücksichtigung soziodemographischer Randbedingungen

Die Grundschulzeit ist für Kinder ein wichtiger Zeitraum für die Entwicklung des Mobilitätsverhaltens und einen Einstieg in eine selbstständige Verkehrsteilnahme im Straßenverkehr. Dabei muss der Schulweg von den Kindern sicher und – in Vorbereitung auf die weiterführende Schule – irgendwann auch eigenständig bewältig werden. Vor allem schlecht einsehbare oder schlecht beleuchtete Stellen, enge Gehwege oder die Querung von Straßen stellen schwierige Stellen auf dem Schulweg dar. Dies führt häufig dazu, dass Eltern ihre Kinder auch bei kurzen Wegen zur Schule bringen und dafür meist den Pkw nutzen. Um Grundschulkinder in ihrer eigenen Sicherheit, aber auch ihrer Selbstständigkeit zu unterstützen, ist insbesondere das Bewältigen des Schulwegs ein wichtiger Bestandteil, der die Grundlage für eine aktive und nachhaltige Mobilität bilden kann. Ziel des Projekts ist es, für die Stadt Hattingen im Sinne eines nachhaltigen Mobilitätsverhaltens der Schülerinnen und Schüler die Schulwege an die Nutzerbedürfnisse des Fußverkehrs anzupassen und dafür entwurfstechnische und organisatorische Potentiale zur Optimierung für alle neun Grundschulen der Stadt aufzuzeigen.

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